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Die Geschichte der Jungschützen Wahrenholz

Die Geschichte der Wahrenholzer Jungschützen ist untrennbar verbunden mit de Geschichte der Schützengesellschaft Wahrenholz. Diese begann 1631, als ein Wahrenholzer Hofbesitzer einen Französischen Offizier erschoss und so den Anstoss zur Bildung einer Bürgerwehr gab. Nach dem 30 -jährigen Krieg begann man, in den Bürgerwehren auch zu feiern, alljährlich im Frühling, verbunden mit einen freundschaftlichen Wettschießen.

Das so entstandene Schützenfest war von Anfang an sehr eng mit der Gemeinde Wahrenholz verbunden, die vom Landesherren das Recht zugesprochen bekam, ein "Freischießen" abhalten zu dürfen und dabei "Schankwirtschaft" zu betreiben. Zum Schützenfest bestellte die Gemeinde zwei "Schaffer", die das Schießen und die "Festlichkeit" organisierten.

Bis 1914 durften am Schützenfest allerdings nur die Alteingesessenen - die Vollhöfner, Halbhöfner, Viertelhöfner und Anbauern -, insgesamt 44 Personen, teilnehmen. Nach dem 1.Weltkrieg beantragten die Wahrenholzer jedoch beim damaligen Landrat, dass nunmehr alle Wahrenholzer am Schützenfest teilnehmen sollten, was dann auch verfügt wurde. Gemäß den Worten des Landrats: "Wir haben im Kriege alle unseren Kopf hingehalten" feierten seit 1921 alle Wahrenholzer gemeinsam, eine Trennung in ein "Schwarzes Corps" für die Alteingesessenen und ein "Grünes Corps" für die Zugezogenen hat es niemals in Wahrenholz gegeben.

1921 wurde auch erstmals das Kinderschützenfest gefeiert. 1924 wurde ein neuer Schützensaal gebaut, um dem immer mehr wachsenden Schützenfest eine angemessene Heimat zu geben. 1940 bis 1950 fiel das Schützenfest Krieg und Besatzung zum Opfer, 1951 feierte man dann erstmals wieder. 1961 bauten sich die Schützen einen neuen Schießstand, im selben Jahr trat man dem Deutschen Schützenbund bei, 1963 wurde die neue Schützenuniform eingeführt. 1990 schließlich gründete sich die Damenkompanie der Schützengesellschaft Wahrenholz.

Von der Gründung der "Jungen Gesellschaft" in Wahrenholz, Ende des letzten Jahrhunderts, ist leider nur noch das offizielle Gründungsjahr, 1892, verfügt. Ausschlaggebend waren hier sicherlich die politischen Ereignisse: 1866 wurde das damalige Land Hannover, zu dem auch Wahrenholz gehörte, von Preußen annektiert. 1870/71 zogen die Wahrenholzer nunmehr in Preußischer Uniform in den Krieg gegen Frankreich. Während die älteren Wahrenholzer, die 1866 die Soldatenuniform wechseln mussten, im geistigen wie militärischen Denken Hannoveraner blieben, wurden die jüngeren nach 1866 gleich in das Preußische Heer eingezogen und entwickelten ihr eigenes, "Preußisches" Denken. Man muss von daher annehmen, dass die jungen Soldaten nach dem gewonnenen Krieg 1871 genug Selbstbewusstsein aus Frankreich mitbrachten, um auf einen eigenen Schützenfesttag Anspruch zu erheben.

Die Teilnahme der jungen Männer am Schützenfest wurde noch bis zum 2. Weltkrieg streng reglementiert; die Jungschützen hatten ihren eigenen Schützentag, durften sich jedoch an den anderen Festtagen nach dem Ausmarsch nicht mehr auf dem Schützensaal sehen lassen. So feierten die Jungschützen an diesen Nachmittagen draußen unter den Eichen, ein brauch, der sich - wenn auch inzwischen zwanglos - bis heute erhalten hat.

Zur Tradition ist auch geworden, dass die Jungschützen jedes Jahr zum Schützenfest ein "Kompaniegeführt" bauen. 1955 konstruierten einige ältere Schützen ein Artilleriegeschütz (Lagekarte war das Schnittmuster einer Damenbluse), ein Jahr später wurde aus einer fahrenden Feldküche Glühwein ausgeschenkt. Von den Jungschützen sehr bald übernommen, brachte dieser Brauch im Laufe der Jahre manch merkwürdige Konstruktion hervor, zuletzt 2003 (vielleicht unter dem Stichwort "Psychologische Kampfführung") die Bismarck.

Nach dem 2. Weltkrieg wuchsen die Jungschützen immer mehr mit der Schützengesellschaft zusammen und wurden so 1977 als Vollmitglieder in die Schützengesellschaft übernommen. Nun wurde auch formal besiegelt, was auf dem Wahrenholzer Schützenfest seit Generationen guter Brauch war, nämlich dass junge und alte Menschen im gemeinsamen Zusammengehörigkeitsgefühl das Schützenfest feiern. Nicht zuletzt aus diesem Geist heraus veranstalten die Jungschützen seit 1982 alljährlich für die Wahrenholzer Bürger das "Wahrenholzer Oktoberfest", das inzwischen zum festen Bestandteil des Dorflebens geworden ist. Im Herbst jeden Jahres kommt so noch einmal das ganze Dorf zusammen, um an geselligen Straßenwettkämpfen teilzunehmen, oder einfach, um ein paar Stunden zu feiern.

Doch auch aus dem sonstigen Leben in Wahrenholz sind die Jungschützen nicht mehr wegzudenken.

Im Rahmen der Wahrenholzer Schützengesellschaft von 1631 sind die Jungschützen zu einen Kulturträger einer stolzen Tradition alten Brauchtums geworden, und 120 Jungschützen geben Anlass, optimistisch in die Zukunft zu blicken.